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Vorteile der Waldrandgestaltung

Der ökologisch wertvolle Waldrand

Von einem ökologisch hochwertigen Waldrand profitiert v.a. die Natur. Waldränder bieten neben dieser Schutzfunktion von Flora und Fauna und dem Schutz natürlicher Ressourcen jedoch noch zahlreiche weitere Vorteile, beispielsweise erfüllen sie ebenso Nutz- und Erholungsfunktionen. Auch für die Forstwirtschaft, die Landwirtschaft und die Jagd ergeben sich einige nutzbare Effekte. Schließlich bietet der Waldrand auch ein enormes Energieholzpotential. Somit kann die Pflege eines Waldrandes wirtschaftlich lohnend werden und es können sinnvoll ökologische Vorteile mit wirtschaftlichen Vorteilen kombiniert werden. Im Anschluß sollen die wichtigsten Vorteile der einzelnen Interessensgruppen kurz dargelegt werden (vgl. Büren, D., Diez, C., Bader, L., Budde, A. und Kaufmann, G. 1995, S. 5-9 und vgl. Meister 2007, S. 4 f.).

 

Schutz-, Nutz- und Erholfunktion von Waldrändern

Ein Waldrand erfüllt neben der Schutzfunktion von Lebewesen auch die Schutzfunktionen von Wasser/Hochwasserschutz, Bodenschutz, Klimaschutz und dem Schutz vor Stoffeinträgen. Das Holz als Rohstoff kann vielfältig genutzt werden. Und schließlich kommt es durch intakte Waldränder zur Aufwertung des Landschaftsbildes durch naturnah gestufte, vielfältige und bunte Waldränder. Für die örtliche Bevölkerung erhöht sich der Erlebnis- und Erholungswert. "Diese Waldränder sind daher auch aus landschaftsästhetischer Sicht und damit auch aus dem Blickwinkel der Tourismusförderung wünschenswert. Ein Aspekt der besonders in wirtschaftlich benachteiligten Regionen sehr bedeutsam ist" [http://www.waldrandgestaltung.de/idee/schutzfunktion-erholungsfunktion/ 2011].

 

Energieholzpotential der Waldrandgestaltung

Das bei der regelmäßigen Pflege von Waldrändern anfallende Holz kann zur Energiegewinnung verwertet werden. Die Pflege kann somit zu wirtschaftlichen Vorteilen führen und es ergeben sich wirtschaftliche wie ökologische Synergieeffekte; eine nachhaltige Nutzung ist möglich. Gerade auch entlang von Verkehrsstraßen kann ein stufiger und somit stabiler Waldrand nicht nur viel Energieholz liefern, sondern er trägt auch dazu bei, die Verkehrssicherungspflicht besser zu gewährleisten. Auch hier ergeben sich also Synergieeffekte.

Welch hohes Energieholzpotential in Waldrändern zur Verfügung steht zeigt folgende kleine Beispielrechung: laut Bundeswaldinventur 2002 haben allein die Waldaußenränder eine Länge von über 375.000km. Bei einer Waldrandbreite von 20m ergebe dies eine Fläche von ca. 750.000 Hektar. Das entspricht etwa 7% der gesamten deutschen Waldfläche! [http://www.aid.de/shop/addinfo_files///1335.pdf]

 

Naturschutzpotential der Waldrandgestaltung

Waldränder bieten auf kleinstem Raum ein wechselndes Angebot unterschiedlicher Licht-, Feuchte- und Temperaturverhältnisse und stellen somit einen enorm wichtigen Lebensraum zahlreicher Arten dar. Er erfüllt hier die Schutzfunktion von Flora und Fauna. Der Waldrand beherbergt zudem eine Vielzahl ökologischer Nischen und kann als eines der artenreichsten Landschaftselemente(Ökoton) überhaupt betrachtet werden.  Der Waldrand als Ökoton ermöglicht auch anspruchsvollen Tierarten, welche an mehrere Ökosysteme gebunden sind, ein Überleben.

„Im Biotopverbundnetz fungieren naturnahe Waldränder ferner als Ausbreitungsachsen für verschiedenste Organismengruppen“ [www.waldrandgestaltung.de 2011].

Aktualisiert (Montag, den 10. Januar 2011 um 12:42 Uhr)

 

Vorteile für die Forstwirtschaft

Der Standard-Typ eines Waldrandes (vgl. Negativbeispiel) mit steilen Waldrändern ist anfällig für Sturmschäden. Ein stufig und durchlässig aufgebauter Waldrand kann hier helfen das Sturmrisiko zu minimieren, da es durch das sanfte Aufgleiten von Winden entlang des Waldrandes zu weniger Turbulenzen im nachgelagerten Bestand kommt.

Seltene Baum- und Straucharten, welche aus naturschutzfachlicher Sicht oft einen sehr hohen Wert haben, können an Waldrändern leicht erhalten werden und diesen als natürlichen Ausbreitungsweg nutzen um geeignete freie Flächen in Wald und Feld neu zu besiedeln.

Entlang des Waldrandes findet das Wild attraktive und hochwertige Äsungsflächen mit Verbiss- und Fegemöglichkeiten. So wird das Wild weniger Wildschäden im eigentlichen Bestand verursachen. Der Waldrand ist zugleich auch Lebensraum zahlreicher Nützlinge (Grünspecht, Waldameisen), welche sich von forstlichen Schädlingen ernähren (natürliche Schädlingsregulierung).

Aktualisiert (Montag, den 10. Januar 2011 um 12:40 Uhr)

 
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