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Aufbau eines ökologisch wertvollen Waldrands

Ein optimal aufgebauter Waldrand ist stufig, strukturreich, bietet Platz für dynamische Prozesse und besteht aus drei eng miteinander verzahnten Zonen, dem Waldmantel, dem Strauchgürtel und dem Krautsaum. Bei Waldaußenrändern sollte eine Breite von mind. 10-30m erreicht werden.

 

Feld                   Krautsaum           Strauchgürtel              Waldmantel         Wald


Der Waldmantel stellt den Übergangsbereich zwischen dem geschlossenem, relativ dunklen Wald und dem lichteren Strauchgürtel dar. Er ist ungleichaltrig, locker aufgebaut und ermöglicht so das Vorhandensein von Licht- und Pionierbaumarten wie Birken, Aspen und Weiden. Auch Feldahorn, Traubenkirsche, Vogelbeere, Wildobst, Ahorn, Esche und Eiche, und generell viel Totholz machen den Waldmantel ökologisch wertvoll.
Der Strauchgürtel besteht überwiegend aus blüten-, beeren- und dornenreichen Sträuchern und sorgt für die enge Verzahnung von Waldmantel und Krautsaum.
Im Krautsaum schließlich finden sich vorwiegend Kräuter und Gräser. Der Krautsaum wird extensiv genutzt und dient als Pufferzone gegen das intensiv genutzte Grünland.
Jegliche Art von Kleinstrukturen wie: Totholz, Reisighaufen, Bäche, Gräben, Tümpel, versumpfte Stellen, offene Stellen oder Trockenmauern machen den Waldrand ökologisch noch wertvoller (vgl. Büren, D., Diez, C., Bader, L., Budde, A. und Kaufmann, G. 1995, S. 10 f.).

„Den idealen Waldrand“ gibt es nicht, doch sollte ein guter Waldrand bestimmte Kriterien erfüllen:

- möglichst breiter Strauchgürtel und Krautsaum
- enge Verzahnung aller Zonen
- ungleichaltriger, stufiger und buchtiger Aufbau
- standortsgerechte Pflanzen
- Vernetzung des Waldrandes mit nahe gelegenen Landschaftselementen wie bspw. Hecken oder Streuobstwiesen (vgl. Meister 2007, S.8).

Stufigkeit:
Durch das eng verzahnte nebeneinander der drei Zonen, ergibt sich ein stufig aufgebauter Waldrand, der aufgrund unterschiedlicher Licht- und Wärmeverhältnisse, zahlreicher verschiedenen Baum- und Straucharten eine Vielzahl an ökologischen Nischen enthält. Zudem ist die Stufigkeit entscheidender Vorteil zur Reduzierung von Sturmschäden.


Buchtung:
Durch das Einbringen von Buchten an einen relativ gerade verlaufenden Waldrand kann dieser mit bereits geringem Aufwand ökologisch verbessert werden(, zudem wird die Waldrandlänge enorm erhöht!) Die Buchten schaffen Raum für eine dynamische Entwicklung der Natur; schon nach kurzer Zeit nach herausschlagen der Buchten samen sich erste Kräuter, Gräser und Pioniergehölze. Es ist Platz für den Ablauf einer natürlichen Sukzession und es entsteht ein mosaikartig aufgebauter Waldrand. (vgl. Meister 2007, S.12).