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Waldrandgestaltung GIS unterstützte Potentialermittlung

Ein GIS-Projekt

an der HS-Rottenburg im Studiengan Forstwirtschaft in der Vertiefungsrichtung GIS.

 

Ziele dieses Projekts

Naturschutz  -  Energieholz  -  Geschichte

Das Ziel dieses Projekts ist es, Waldränder hinsichtlich des Naturschutzpotentials zu bewerten und deren Biomassepotential zu errechnen. Eine Standortsuche geeigneter Waldränder mit GIS erfolgt am Beispiel des Landkreises Tübingen. Die Methodik dieser Standortsuche wird anschließend verfeinert und auf das Projektgebiet Kiebingen angewendet. Die Berechnung des Biomassepotentials ist auf dasselbe Projektgebiet beschränkt. Die Bewertungen und Berechnungen erfolgen über GIS-Analysen und Vor-Ort-Untersuchungen. Durch die Bewertung aus naturschutzfachlicher Sicht sollen Waldränder ermittelt werden, welche ein hohes Aufwertungspotential besitzen und sich somit gut zur Waldrandgestaltung eignen. Zugleich kann mit dieser Bewertung ökologisch bedeutsamer Waldrand ermittelt werden, welcher dadurch besser geschützt werden kann, beispielsweise in einem Raumplanungsverfahren.

Durch die Bewertung des Waldrandes hinsichtlich seines Biomassepotentials können Waldränder ermittelt werden, in welchen es finanziell lohnend ist, durch regelmäßige Pflegeeingriffe zur Gewinnung von Energieholz den Waldrand dauerhaft zu nutzen und ihn somit auch gleichzeitig zu pflegen. Dadurch können Synergieeffekte entstehen, welche sowohl dem Naturschutz, wie auch der Energienutzung zu Gute kommen.

Zudem soll die Waldrandentwicklung im Projektgebiet analysiert werden. Hierdurch kann dargestellt werden, wie sich der Grenzverlauf des Waldes in den letzten Jahrzehnten entwickelt hat und es können Rückschlüsse auf eventuelle Nutzungsänderungen geschlossen werden.

Stufiger Waldrand

 

Waldrandtypen und ihr Aufbau

Es können grundsätzlich, nach ihrer Entstehung, zwei Waldrandtypen unterschieden werden. Naturbedingte Waldränder entstehen wenn Standortverhältnisse wie Felsen, Gewässer oder ähnliches eine Ausdehnung von Wald verhindern. Kulturbedingte Waldränder entstehen z.B. entlang von Landwirtschaft, Straßen, Siedlungen oder ähnlichem. Dabei sind die naturbedingten Waldränder heutzutage äußerst selten und somit schützenswert. Die kulturbedingten Waldränder lassen sich nochmals in Sukzessionswaldränder (herauswachsen des Waldes, vor allem. nach Nutzungsaufgabe) und in Waldränder an Nutzungsgrenzen (Acker, Siedlung) unterscheiden. Zwischen den genannten Typen gibt es auch zahlreiche Übergangsformen. [vgl. Merkblätter Waldökologie 1996, Nr.2]

Innerhalb eines Waldrandtyps kann der Aufbau eines Waldrandes in sehr unterschiedlicher Art und Weise ausgestaltet sein. Und je nach Aufbau eines Waldrandes ergeben sich große Unterschiede bezüglich der Bedeutung des Waldrandes für Natur- oder Waldschutz.

 

Vorteile für die Forstwirtschaft

Der Standard-Typ eines Waldrandes (vgl. Negativbeispiel) mit steilen Waldrändern ist anfällig für Sturmschäden. Ein stufig und durchlässig aufgebauter Waldrand kann hier helfen das Sturmrisiko zu minimieren, da es durch das sanfte Aufgleiten von Winden entlang des Waldrandes zu weniger Turbulenzen im nachgelagerten Bestand kommt.

Seltene Baum- und Straucharten, welche aus naturschutzfachlicher Sicht oft einen sehr hohen Wert haben, können an Waldrändern leicht erhalten werden und diesen als natürlichen Ausbreitungsweg nutzen um geeignete freie Flächen in Wald und Feld neu zu besiedeln.

Entlang des Waldrandes findet das Wild attraktive und hochwertige Äsungsflächen mit Verbiss- und Fegemöglichkeiten. So wird das Wild weniger Wildschäden im eigentlichen Bestand verursachen. Der Waldrand ist zugleich auch Lebensraum zahlreicher Nützlinge (Grünspecht, Waldameisen), welche sich von forstlichen Schädlingen ernähren (natürliche Schädlingsregulierung).